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Offener Brief eines Kulturschaffenden

Liebe Freunde,

Vor etwa drei Wochen wurden die Verhandlungen über dem Europäischen Integrationspakt in Brüssel abgeschlossen. Der polnische Präsident Lech Kaczyñski hat dabei die hohe Zahl der polnischen Opfer im zweiten Weltkrieg als ein Argument für stärkere Position von Polen gegenüber Deutschland in der EU benutzt. Einen solchen Diskurs über die gemeinsame Geschichte von Polen und Deutschland wollen wir nicht länger hinnehmen. Wir haben deshalb in Polen und in Deutschland eine Initiative gestartet  mit dem Ziel, möglichst viele Unterschriften unter einem offenen Brief an die Politiker der beiden Länder zu sammeln, den wir in den polnischen und deutschen Zeitungen veröffentlichen wollen. Bedingung dafür ist, dass sich möglichst viele Bürger aus beiden Ländern positiv zur Initiative äussern und den Appel an die Politiker tatsächlich unterschreiben. Die Unterschreibung des Briefes ist einfach, sie erfolgt elektronisch. Ihr schreibt in Eurer Mail an die Adresse:

 polen_deutschland@gazeta.pl 

 folgenden Satz:

Ich unterstütze die Initiative OFFENER BRIEF POLEN-DEUTSCHLAND.

Vergesst bitte nicht Euren Vornamen, Namen, den Wohnort sowie den Beruf anzugeben, sonst ist die Unterschrift nicht gültig! Damit möglichst viele von uns erreicht werden, bitte ich Euch, den Brief auch an Eure Freunde und Bekannte weiter zu mailen. Wir wollen schnell handeln, denn der Brief sollte demnächst an die polnische und deutsche Presse verschickt werden. Bei Fragen stehe ich gern via Mail zur Verfügung.

Vielen Dank für Eure Antwort und Engagement!

Antoni Łazarkiewicz

a_lazarkiewicz@mac.com

http://www.lazarkiewicz.art.pl

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Zu unserer Person:

 Wir sind Europäer polnischer und deutscher Herkunft. Als Kulturschaffende und Wissenschaftler tragen wir durch unsere Arbeit zum Abbau von negativen Vorurteilen und Stereoptypen zwischen Polen und Deutschen bei. Durch die verantwortungslosen Äusserungen von Politikern sehen wir unsere Arbeit jedoch einer ernstzunhemenden Gefahr ausgesetzt. Wir, die Unterzeichneten, haben uns deshalb zu einer gemeinsamen öffentlichen Stellungnahme entschlossen und fordern die Politiker auf, jegliche Instrumentalisierung der Geschichte zu ihren eigenen politischen Zwecken sofort einzustellen!

Unsere Generation hat den Krieg nicht erlebt, jedoch haben unsere Eltern und Grosseltern das Wissen um diese tragische Zeit an uns weiter gegeben. Wir wissen, dass sich der Schmerz in ihren Herzen nie auslöschen lässt. Wir wissen, wie wichtig für sie die versöhnenden Geste unserer Politiker gewesen sind, die sie nach dem Wegfall der Mauer stellvertretend für uns alle vollbracht haben. In unseren gegenseitigen Arbeitskontakten klammern wir nie auch die schwierigen Themen unserer gemeinsamen Geschichte aus. Niemals würden wir uns jedoch jener abscheuungswürdigen Argumentation bedienen, die in letzter Zeit so viele von uns schockiert hat. Wir sagen Nein all denen,  die der Meinung sind, dass sie aus den tragischen Erfahrungen der Kriegsgeschichte und dem Schmerz, den sie hinterlassen hat, Kapital schlagen und eine neue Mauer zwischen unseren Nationen hochziehen können! Wir verstehen uns als begeisterte Europäer. Wir sagen Ja zum Prozess der europäischen Integration in der Wirtschaft und Kultur. In gemeinsamen historischen Erfahrungen, so schwer sie auch gewesen waren, sehen wir die Chance für eine dauerhafte Verständigung über das gemeinsame Leben im Frieden und Demokratie. Deshalb fordern wir von den verantwortungslosen Politikern, welche die deutsch-polnischen Beziehungen mit ihren zynischen Äusserungen vergiften, auf:

Schluss mit der Aufrechnung des Leidens gegen die Schuld! Überlässt die Fragen der Schuld, der Verantwortung, der Sühne und der Vergebung den individuellen Gewissen! Bedenkt endlich, dass seit dem Ende des zweiten Weltkrieges sechzig Jahre vergangen sind! Gebt die absurden finanziellen Wiedergutmachungsansprüche auf! Kein Geld dieser Welt kann das Leiden Millionen Menschen wieder gut machen. Lasst endlich die Wunden heilen, die dieser Krieg hinterlassen hat! Geht Eurer eigentlichen Verpflichtung nach, die Euch aufgetragen wurde: dem Dienst am Guten und dem Aufbau eines modernen, sicheren und gerechten Europas. Setzt Euren Geist und Verstand in den Dienst der Gemeinschaft bis diese Euch selbst das Recht verleiht, sich in ihrem Namen auch zu den so bedeutungsvollen und schwierigen Themen äussern zu dürfen wie nationale Identität und Geschichte.

Offener Brief eines Kulturschaffenden zur aktuellen politischen Situation in Polen

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