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Pressefrühstück, 22. Februar

Die Rzeczpospolita fürchtet um den Staatshaushalt und ist schönste Zeitung der Welt. Im SuperExpress werden bislang unbekannte Urlaubsfotos von Papst Johannes Paul II. veröffentlicht, die Unbekannte einer italienischen Nachrichtenagentur zugespielt hatten und die Gazeta Wyborcza schreibt im Wirtschaftsteil über die Expansionspläne von E.ON: “Das Kraftwerk geben wir nicht her”.

“5 – 7.5 Millionen Złoty Steuereinnahmen weniger – Das Budget könnte platzen” gruselt sich die Schlagzeile der Rzeczpospolita. Diese Befürchtung hat der Wirtschaftsprofessor Andrzej Wiernik mit dem Blatt geteilt. “Wir werden zu wenig Geld für Straßen und Krankenhäuser haben”, heißt es im Anreißer. Das Finanzministerium widerspricht: Die Ausfälle betreffen nur bestimmte Ressorts und werden insgesamt “weniger als höchstens 5 Milliarden” ausmachen. Die Situation erinnert an den November 2001, schreibt die Rzeczpospolita, als der damalige Finanzminister Marek Belka über Nacht eine Haushaltssperre von 10 Millionen Złoty verhängte.

Ebenfalls auf der Titelseite finden sich die Portraits der beiden „schönsten Zeitungen der Welt“ und – wir vermuten es – die Rzeczpospolita gehört dazu. Mit gleicher Stimmenzahl wurden der britische “Guardian” und die „Rzecz“ von einer internationalen Jury der „prestigeträchtigen Society for News Design“ zum “World’s Best-Designed Newspaper 2005” gewählt. Beide Zeitungen seien beinahe perfekt und das von der ersten bis zur letzten Sektion. Wie auch der Guardian wurde die Rzeczpospolita im vergangenen Jahr einem umfassenden Relaunch unterzogen.

“Kennen Sie den?” fragt der SuperExpress ein bisschen flapsig. Und tatsächlich, wer da neben einer Schneeraupe steht, ist Papst Johannes Paull II. “Wir haben die Chance, ihn so zu sehen, wie wir ihn noch nie gesehen haben.” Eine italienische Nachrichtenagentur habe bislang unveröffentlichte Bilder des im vergangenen Jahr verstorbenen Papstes veröffentlicht. Über die Quelle schweigt die Firma sich aus, “aber der Fotograf muss aus der unmittelbaren Umgebung”des Papstes stammen. Die Fortsetzung auf Seite 6 zeigt JP2 beim Urlauben in den italienischen Alpen. Mal steht der Heilige Vater nachdenklich an einem Gebirgsbach, mal schläft er unter einer Wolldecke auf einem Baumstamm, bewacht von seinem Privatsekretär Stanisław Dziwisz – der ist gestern zum Kardinal ernannt worden.

“Niedere Oder geben wir nicht her” ruft’s dagegen kämpferisch vom Wirtschaftsaufmacher der Gazeta Wyborcza. Es geht um die Privatisierung des Kraftwerkverbundes “Niedere Oder” (Zespół Elektrowni Dolna Odra, ZEDO), mithin sechstgrößter Energieproduzent Polens, die seit gestern auf Ministerbefehl gestoppt wurde. Grund ist der angekündigte Kauf der spanischen Gesellschaft “Endesa” durch die deutsche E.ON – Endesa widerum wollte nämlich 85 Prozent der ZEDO-Anteile erwerben, die dadurch indirekt an E.ON gehen würden.

Direkte Gründe für die Aussetzung des Verfahrens werden im Artikel nicht genannt, doch schon im Januar hatte der Schatzminister Andrzej Mikosz wegen seines allzu forschen Vorgehens bei der Privatisierung von Staatsbetrieben gehen müssen. Damals hatte unter anderen die rechtskatholische Liga polnischer Familien (LPR) davor gewarnt, ZEDO könne „in die Hände deutscher Investoren fallen“. Genau dieses Szenario hätte sich durch die E.ON Pläne bewahrheitet, schreibt die „GW“ Ohnehin jedoch würde die Akquisition zuerst die Europäische Kommission beschäftigen. In das Kraftwerk, das noch immer mit schlesischer Braunkohle betrieben wird, müssen in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro investiert werden.

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